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Donnerstag, 2. September 2010

Farbstifte / Buntstifte


☆Hey!

Noch ein kleiner Post für heute. Diesmal etwas über die Buntstifte, oder auch Farbstifte genannt, die ich gerne benutze:

Faber-Castell Polychromos & Prismacolor Premier




Ihr fragt euch jetzt vielleicht warum ich zwei Buntstiftmarken benutze. Ganz einfach, sie sind Grundverschieden und perfekt für meine Bedürfnisse. Inwiefern sich diese Buntstifte unterscheiden und wie sie bei mir zum Einsatz kommen erfahrt ihr in diesem Post...

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Keine Colo ohne Buntstifte - zumindest bei mir. 
Für das Kolorieren meinen Bilder und ACEOs nehme ich am liebsten auf Alkohol basierende Marker und Farbstifte in Kombination. Meine Lieblingsstifte sind die Prismacolor Premier der Firma Sanford in den USA und die Polychomos der deutschen Firma Faber-Castell. Bei beiden Marken handelt es sich um wasserunlösliche Farbstifte (die einen mit Öl als Bindemittel, die anderen auf Wachsbasis) - also nicht um Aquarellbuntstifte. Aquarellbuntstifte benutze ich nur sehr selten. 


Faber Castell Polychomos

Ich vermute mal es gibt keine besseren Künstlerfarbstifte als diese. Von allen Farbstiften, die in Deutschland hergestellt und vertrieben werden, sind diese zweifelsohne die Besten.

Im Internet ist der Einzelstift ab etwa 1,15 € (bei Staffelpreis) zu beziehen. Das Farbspektrum, der auf Ölkreide basierenden Stifte, umfasst 120 Farben. 

Hinter den Farbbezeichnungen wird die Lichtechtheit mit Sternchen angegeben. Drei Sterne (***) bedeuten ein Maximum von 100+ Jahren; zwei (**) 25+ Jahre; einer (*) 5+ Jahre. Dazu muss man sagen, dass es im Sortiment nur - sage und schreibe - zwei Farben (128 purpurrosa hell und 119 magenta hell ) gibt mit nur einem Sternchen und auch nur sieben mit zwei Sternen. Die Lichtechtheit ist also ausgezeichnet. Das bedeutet also, dass ihr eure Bilder nicht unbedingt in einer Schublade aufbewahren müsst sondern ruhig auch aufhängen könnt - die Farben werden nicht so schnell verblassen.

Sie sind sehr hochwertig verarbeitet und relativ bruchfest (es sei denn ihr lasst sie vom Tisch rollen oder sie wurden schon beim Transport beschädigt). 

Die Polychomos liegen außerdem etwas schwerer in der Hand als die Prismacolor (zumindest ist mir gleich beim ersten Mal anfassen der Prismacolor aufgefallen dass diese irgendwie leichter sind) das merkt man aber beim malen und zeichnen nicht.

Durch die reinen Pigmente sind die Polychromos wunderbar deckend. Ihr Abrieb ist cremig aber etwas härter als von den Prismacolor, weswegen ich die Polychromos eher für Haare und Linien oder feine Details und Muster(Schraffuren benutze aber auch satte Flächen sind problemlos möglich.Sie sind eher bedingt radierbar.

nach Zitrone *o*)Um richtig feine Farbverläufe und satte Oberflächen zu erzielen sind Polychromos auch mit Lösungsmitteln lösbar (wie Aquarellbuntstifte mit Wasser) z.B. geruchsneutrales Terpentin (noch besser "Zest-it" - das riecht nach Zitrone). Dazu nimmt man dann am Besten Wattestäbchen, Papierwischer oder Pinsel zum Verblenden der Farben.

Link zum Hersteller Faber-Castell




Prismacolor Premier


Die Prismacolor Premier sind eine Reihe von Künstlerfarbstiften. Es gibt die Premier Verithin (härtere Farbstifte für Outlines und Details), Art Stix (ohne Holz außenrum), Watercolor (Aquarellbuntstifte) und die Softcore Farbstifte um die es hier geht und die ich benutze.

Der Unterschied zu den Polychromos ist enorm und ich möchte sie auch gar nicht direkt vergleichen da ich beide unglaublich gerne benutze. Diese Stifte sind im Gegensatz zu den Polychromos auf Wachsbasis, wesentlich softer und haben eine relativ dicke Mine (allerdings müssen sie dadurch recht häufig nachgespitzt werden, bröseln gerne mal etwas wenn man zu fest drückt und sind im Verbrauch weniger ergiebig als die Polys). Feine Details sind mit ihnen nicht möglich. Sie sind ebenso nur bedingt radierbar.

Aktuell gibt es 132 Farbtöne und ein Stift kostet im Internet 1,29 €.

Auch ihre Farben sind intensiv, ermöglichen aber zudem unglaublich weiche Schattierungen und Übergänge - ihr Malverhalten empfinde ich als sehr angenehm. Ich liebe es diese Stifte bei der Hautcoloration über meinen Copic Markern einzusetzen (z.B. weiß, light peach und greyed lavender). Vielleicht sind sie sogar das Geheimnis meiner weichen Hautcolorationen - sofern man da überhaupt von einem Geheimnis sprechen kann.

Auch die Prismacolor können mit Lösungsmittel wie Terpentin/Terpentinersatz benutzt werden um gleichmäßige Flächen, photorealistische Effekte und weiche Übergänge zu erzielen.

Die Lichtechtheit der Prismacolor Premier Softcore ist eher bescheiden (wie übrigens auch die Fantasia Buntstifte von Aldi die dem Malverhalten der Prismacolor relativ nahe kommen). Sanford hat die Herstellung ihrer Lightfast-Reihe (Buntstifte mit höherer Lichtechtheit) vor einiger Zeit leider eingestellt. Aber ich finde, dass die Lichtechtheit überbewertet wird - also ich persönlich muss kein Bild von mir haben das mich überlebt.

Link zum Hersteller Prismacolor





Alternativen (wasserunlöslich)

Ich habe ja bereits die Fantasia Buntstifte von Aldi als Alternative genannt. Diese Stifte gibt es in einer "schicken"  36er Metallbox in unregelmäßigen Abständen beim Discounter und unglaublich günstig. Ihr Malverhalten ist ausgezeichnet, aber sie werden aus billigen Pigmenten hergestellt und sind eigentlich nicht sonderlich lichtecht (scannt eure Bilder also unbedingt ein wenn ihr länger etwas davon haben wollt).

Derwent Coloursoft (eine englische Firma) gibt es in 72 Farbtönen. Ein Stift kostet auch etwa 1,30 €. Diese Stifte haben ebenfalls einen relativ weichen, kreideartigen Abrieb (ähnlich von Pastellstiften) aber ich empfinde sie als eigenartig kratzig. Auch bei ihnen kann man mit Verdünnern photorealistische Effekte erzielen.Radieren ist ebenso möglich, aber nicht restlos.

Caran d'Ache Luminance gibt es in 76 (überwiegend leutende) Farben die eine sehr hohe Lichtbeständigkeit aufweisen. Mit etwa 3 € pro Stift sind sie aber wirklich sehr teuer. Ihr Malverhalten ist ähnlichen den Prismacolor Premier. Die Stifte sind dicker und liegen dadurch etwas angenehmer in der Hand (gerade wenn man länger malt).


Tipps

Hier noch zwei Tipps für alle, deren Farbstifte beim Spitzen gerne abbrechen: 

  • Tipp 1: Der Spitzer. Viele Spitzer haben einfach eine schlechte Schneide oder werden schnell stumpf - die meisten Klingen kann man austauschen. ^.~
    Oder holt euch gleich einen neuen Spitzer. Wenn ihr euch einen Spitzer kauft achtet darauf, dass ihr sehen könnt wie weit ihr den Stift schon angespitzt habt (ich persönlich finde Dosenspitzer - mit Ausnahme dieses grauen dreieckigen von Faber-Castell - nicht sonderlich toll). Wenn möglich kauft euch einen Spitzer der die Mine nicht zu lang spitzt, kürzere Minen verhindern das Abbrechen. Ich habe einen kleinen Spitzer der Firma Cretacolor - der spitzt relativ kurz. Das sieht anfangs irgendwie ungewohnt aus, aber man gewöhnt sich daran XD~
    Versucht außerdem die Stift sanfter zu spitzen - wenn ihr Muskelmasse aufbauen wollt holt euch Hanteln *lol* (Warum sage ich das? Ich habe einige Leute schon wirklich eigenartig angestrengt beim Spitzen erlebt O.o)
  • Tipp 2: Die Mikrowelle: Wie? Mikrowelle? Jaha - Mikrowelle! Ihr habt richtig gelesen.
    Wenn alles nichts hilft, weil euch der Stift vielleicht mal auf den Boden gefallen ist und die Mine gebrochen ist und euer Stift auf wachsbasis ist, legt ihn für 5 Sekunden in die Mikrowelle. Achtung, er wird dabei warm bis heiß (ach nee... *Augen verdreht* aber keine Angst, bei den paar Sekunden fackelt nix ab XD). Dann nehmt ihn raus und lasst ihn abkühlen. Durch die Hitze ist die Mine leicht angeschmolzen und die zerbrochenen Stückchen haben sich wieder zusammengefügt. Bitte übertreibt es nicht mit dieser Methode, denn sie tut euren Stifte auf Dauer auch nicht wirklich gut.
    Da natürlich in der Bedienungsanleitung der Mikrowelle nichts steht von "Erster Hilfe bei Stiften" macht ihr das hier auf euer Risiko. Am Besten geht ihr von vorne herein ganz besonders zärtlich mit euren Malsachen um.
So, das war's mit Buntstiften. Ich hoffe ihr habt darin etwas hilfreiches oder neues gefunden. 


ばいばい(⌒ー⌒)ノ~~~



Kommentare:

  1. Das mit der Mikrowelle werde ich mal ausprobieren =) Tolle Tipps!

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  2. Danke das du die Prisma teile n bissal was näher erklärst.
    Die werd ich mir wohl irgendwann mal zulegen da ich mit polys extreme probleme habe und einfach nicht damit klarkomm XD

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  3. Sehr sehr gut, dass auch jemand die Prismacolor Stifte tatsächlich kennt und verwendet! Dieser Eintrag hat mir mal wieder sehr geholfen ;) Wirklich gut auch die Vergleiche mit dem Abmalen der Stifte, ich finde auch, dass die Polychromos zum Teil leicht hart wirken, und die Prismacolor schön weich :D es gibt aber auch noch die Lyra Polycolor, dass sind auch wunderbare Stifte, die ich oft gerne mit Copic bzw. Touch Markern gemeinsam verwende, weil sie sehr weich sind und mit dem extra dazu entwickelten Splender eine wunderschöne glatte Farbbasis haben können :D
    Die Derwent Stifte empfinde ich übrigens als beste Marke, vorallem was Leuchtkraft auf dunklem Untergrund angeht! :)
    Danke wieder einmal für diesen tollen Eintrag, er war wieder sehr hilfreich ;)

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